Im November 2017 hat das Dekanat Neunkirchen ein Projekt gestartet:

BEERDIGUNGSDIENST DURCH KIRCHLICH BEAUFTRAGTE EHRENAMTLICHE LAIEN

 

Hier finden Sie aktuelle Informationen, Termine und Presseberichte.

 

 

Mit den Erfahrungen des Kurses im Dekanat Neunkirchen ist ein erster diözesaner Ausbildungskurs für Ehrenamtliche Beerdigungsleiter*innen geplant.

Er soll nach den Sommerferien 2021 starten.

Bei Interesse wenden Sie sich an das Bischöfliche Generalvikariat,

Herrn Stefan Nober: stefan.nober@bgv-trier.de oder an

Frau Michaela Tholl: michaela.tholl@bgv-trier.de

 

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/neunkirchen/schiffweiler/laie-oder-pastor-wer-beerdigt-modellprojekt-neunkirchen_aid-56860957

 

unter diesem Link finden sie einen Beitrag in der Saarbrücker Zeitung mit einem ersten ausführlichenERfahrungsbericht aus dem Dekanat Neunkirchen.

 

27. Mai 2020

 

Den Trost des christlichen Glaubens erfahren

 

Bistum Trier: Erstmals Ehrenamtliche zum Bestattungsdienst beauftragt

 

 

 

Trier/Neunkirchen Ursula Gluch, Monika Schula, Lioba Simon-Atzert, Dorothea Klesen und Hermann-Josef Wagner sind vom Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann im Mai zum Bestattungsdienst beauftragt worden. Sie können künftig im Auftrag des Bistums Trier Begräbnisfeiern leiten. Die Besonderheit an der jetzt erfolgten Beauftragung ist die Tatsache, dass diese fünf Personen weder Priester noch Diakone noch hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger sind: Sie sind getaufte Christinnen und Christen und werden diesen Dienst als Ehrenamtliche übernehmen. Vorbereitet wurden die Fünf im Rahmen des Pilotprojekts des Bistums Trier im Dekanat Neunkirchen „Ehrenamtliche im Bestattungsdienst“.

 

 

 

„Die Toten zu bestatten ist ein Werk der Barmherzigkeit. Die Leitung der Begräbnisfeier kann von jeder Christin und jedem Christ übernommen werden, der dazu bereit, geeignet und dafür qualifiziert ist“, erklärt Mechthild Schabo, Leiterin des Bereichs „Pastoral und Gesellschaft“ im Bischöflichen Generalvikariat (BGV), der Verwaltung des Bistums Trier. In diesem Bewusstsein habe die Trierer Diözesansynode (2013-2016) beschlossen, dass ehrenamtlich tätige Gläubige in den Bestattungsdienst eingebunden werden sollen. Schabo sagt, sie sei den fünf „Pionierinnen und Pionieren“, die zum ersten Mal im Bistum diese Ausbildung machen, sehr dankbar für ihre Bereitschaft für diesen so wichtigen Dienst: „Ich wünsche Ihnen, dass die neue Aufgabe Sie erfüllt und durch Sie viele Menschen den Trost des christlichen Glaubens in Worten und Zeichen erfahren. Bleiben Sie selbst im Gebet mit Gott verbunden und suchen Sie regelmäßig die Reflexion im kollegialen Miteinander.“

 

 

 

Ein „Osterzeugenkurs“ zur Vorbereitung – jetzt beginnt die Praxisphase

 

 

 

Wesentlicher Teil des Pilotprojekts war ein sogenannter Osterzeugenkurs, wie Pfarrer Olaf Harig, Leiter des Dekanats Neunkirchen, berichtet. Dort ging es zuerst um die persönliche Befassung mit Sterben und Tod und mit dem, was die christliche Botschaft dazu sagt, erläutert Harig die spirituelle Dimension. Erst mit dieser persönlichen und theologischen Vergewisserung im Rücken konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Fragen beantworten: „Kann ich die Osterbotschaft von Tod und Auferstehung Jesu Christi bezeugen? Kann ich diese Botschaft in die Situation der Hinterbliebenen hinein übersetzen?“ Im nachfolgenden Werkstattkurs traten dann die eher handwerklichen Fragen in den Vordergrund: „Wie nehme ich Kontakt zu den Angehörigen auf? Wie führe ich ein Trauergespräch? Was muss ich bei der Vorbereitung einer Beerdigung bedenken?“ Wichtig war darüber hinaus die Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren, unter deren Anleitung die jetzt Beauftragten bereits Begräbnisfeiern mitgestaltet haben. Sie stehen ihnen auch weiterhin als Ansprechpersonen zur Verfügung. „Denn jetzt beginnt die Praxisphase“, sagt Harig; also die Zeit, in der die fünf Beauftragten eigenständig Bestattungen vorbereiten und leiten. Gerade unter den erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie ist das sicher ein Start in einer besonders herausfordernden Zeit, in der es wichtig sei, dass die Frauen und Männer gut begleitet sind.

 

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Vom gemeinsamen Auftrag her denken

 

 

 

Die Erfahrungen, die Gluch, Klesen, Schula, Simon-Atzert und Wagner jetzt machen, fließen in ein bistumsweites Rahmenkonzept für den Bestattungsdienst mit ein. Michaela Tholl, Leiterin des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung im BGV, erklärt: „Gemäß der Bistumssynode sollen ehrenamtlich Engagierte bistumsweit die Möglichkeit haben, den Dienst der Begräbnisleiterin und des Begräbnisleiters auszuüben. Voraussetzung dafür wird die persönliche Eignung und eine gute Qualifizierung sein, und dass sie durch die Gremien und das Seelsorgeteam vor Ort gut unterstützt und mitgetragen sind. In den Vorgesprächen zu den Beauftragungen hat sich gezeigt, dass die Unterstützung von den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern selbstverständlich gewährleistet wird. Das ist für mich ein schönes und wichtiges Signal für eine Kirche, die sich in den verschiedenen Diensten und Rollen vom gemeinsamen Auftrag her versteht.“

 

 

 

Bestattungsdienst als „Feld im Wandel“

 

 

 

Stefan Nober, im BGV in der Abteilung Pastorale Grundaufgaben für die Themenfelder Tod und Trauer zuständig, ergänzt: „Auch weiterhin werden selbstverständlich die Priester und Diakone beerdigen. Daneben gibt es in vielen Teilen des Bistums bereits seit langer Zeit Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und ‑referenten, die diesen Dienst tun. Dort, wo Ehrenamtliche im Bestattungsdienst tätig werden, wird das kirchliche Angebot an gut qualifizierten Personen in diesem Bereich nun noch größer.“ Er erlebe, dass der Bestattungsdienst ein „Feld im Wandel“ sei. Wenn neben den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern künftig auch Frauen und Männer aus den Gemeinden zu diesem Dienst beauftragt werden können, führe das zu einer höheren Flexibilität. „Wir wollen auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen, denn anders kann der Trost der christlichen Botschaft nicht wirksam werden. Bestattung ist ein Dienst in einer sensiblen Ausnahmesituation. Da ist es gut, wenn Trauernde Auswahlmöglichkeiten haben, wer die Begräbnisfeier leiten soll. Entscheidend wird sein, dass die Menschen bei der Bestattung erleben: Was da getan wurde, war gut und passend, und wir waren in unserer Trauer gut angenommen und begleitet.“ Dann werde auch der ehrenamtliche Dienst gut angenommen werden, sind Nober und Tholl sehr zuversichtlich.

 

 

 

Wegen der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie haben Gluch, Klesen, Schula, Simon-Atzert und Wagner die Beauftragungsurkunden des Bischofs nicht wie geplant in einem gemeinsamem Gottesdienst erhalten können, sondern „in kleinem Rahmen“ von den jeweils zuständigen Pfarrern überreicht bekommen. Die Erfahrungen des Pilotprojektes fließen in ein bistumsweites Rahmenkonzept ein, das im Herbst in den diözesanen Gremien vorgestellt und beraten werden soll.

 

 

 

 

Herausgegeben von der Bischöflichen Pressestelle Trier

 

Abdruck und Auswertung honorarfrei; Verantwortlich: Judith Rupp, Redaktion: Simone Bastreri, Inge Hülpes, Judith Rupp

 

Mustorstraße 2, 54290 Trier, Fon 0651-7105-268, Fax 0651-7105-511, E-Mail: biptrier@bistum-trier.de

 

Texte sind abrufbar im Internet: www.presse.bistum-trier.de

 

 

                                

 

OSTERZEUGENKURS

Was ist das?

Eine persönliche Spurensuche in der
Teilnehmergruppe an 8 Abenden von 19:00 bis
21:00. Ihre und die biblischen Vorstellungen von
den großen Themen wie Tod, Auferstehung,
Himmel und Hölle treffen zusammen. Welche
Hoffnung trägt Sie als Mann oder Frau?


Für alle Teilnehmer*innen, die für sich bereit sind
die Hoffnung weiter zu tragen und ehrenamtlich
den Beerdigugnsdienst zu übernehmen, besteht
die Möglichkeit zum Werkstattkurs von Mai bis
Juni 2019, der auf den Osterzeugenkurs aufbaut.

Flyer Osterzeugenkurs Teil 1 und 2
Ein Kurs für Interessierte am Beerdigungsdienst von kirchlich beauftragten Laien
OsterzeugenKurs-new-2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 21.1 MB

PRESSEBERICHTE

Bericht im Paulinus Ausgabe 15-2019

      Verantwortliche des Osterzeugen­kurses und zwei der Teilnehmer                                                               Foto: Dominik Holl

 

Werk der Barmherzigkeit ist nicht an Weihe geknüpft

 

Von: bip/red

 

Neunkirchen: Das Dekanat Neunkirchen bildet Ehrenamtliche für Bestattungsdienste aus.

 

 

 

Das Pilotprojekt, das im März unter dem Titel „Osterzeugenkurs“ begonnen hat, greift eine Empfehlung der Bistumssynode auf, wonach Ehrenamtliche in die Leitung von Beisetzungsfeiern einbezogen werden sollen.

 

 

 

Menschen zu beerdigen ist „ein Werk der Barmherzigkeit, das nicht an ein Weiheamt geknüpft ist“, erklärt Dechant Olaf Harig, der den Kurs mit anderen Hauptamtlichen aus dem Dekanat leitet. „Es ist auch eine neue Art zu lernen, wie Ehrenamt und Hauptamt auf Augenhöhe miteinander arbeiten und umgehen können.“ Die Idee sei nicht der Personalnot geschuldet: „Wir wollen den Dienst bewusst erweitern, weil wir finden, dass im Volk Gottes viele verborgene Schätze sind, die wir zum Leuchten bringen möchten.“

 

 

 

Deshalb biete man eine Ausbildung an, die sich in zwei Teile gliedert. Im achtteiligen „Osterzeugenkurs“ sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst über eigene Erfahrungen mit Tod und Trauer sprechen.

 

 

 

„Es geht um mich selbst und meinen Glauben“, erklärt Mitorganisator Markus Krastl, Pfarrer in Wiebelskirchen. Gemeindereferentin Claudia Busche ergänzt: „Es geht auch um die Beschäftigung mit der Frage, wie sich bestimmte Bilder von Tod und Sterben entwickelt haben.“ Anhand verschiedener Bibeltexte werden die christlichen Vorstellungen von Tod, Auferstehung oder Himmel und Hölle erörtert. „Ich will über das Thema mehr sagen können – auch aus christlicher Sicht“, sagt Teilnehmerin Ingrid Schappe. „Ich kann mir im Moment noch nicht vorstellen, Beerdigungen zu machen – aber Trauergespräche zu führen schon.“

 

 

 

An das Angebot schließt sich ab Mai ein Werkstattkurs an, der Interessierten aus dem ersten Teil die Möglichkeit bietet, in praktischen Übungen mehr über den Dienst zu lernen. In einer weiteren Phase sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer laut Harig ein Praktikum machen können. Die Hauptamtlichen wollen „Lernpartnerschaften“ anbieten, „um die Person gut begleitet und Schritt für Schritt in diesen Dienst hineinzuführen.“

 

 

 

Die Ehrenamtlichen werden am Ende ihrer Ausbildung eine bischöfliche Beauftragung erhalten, bevor sie ihren Dienst offiziell antreten dürfen.

 

 

 

 

Saarbrücker Zeitung 05. Februar 2019

 

Anmelden bis 12. Februar

 

So lernen Laien den Begräbnisdienst

 

Neunkirchen. Dekanat Neunkirchen startet Pilotprojekt im Bistum Trier. Gesprächsrunde und Werkstattkurs. Anmeldeschluss 12. Februar. Von Claudia Emmerich

 

Im März startet der erste Ausbildungskurs für ehrenamtliche Begräbnisleiter. Verantwortliche aus dem Dekanat Neunkirchen (38 000 Katholiken in den Kommunen Neunkirchen, Schiffweiler und Spiesen-Elversberg) haben als Pilotprojekt im Bistum Trier ein Konzept erarbeitet (wir berichteten): Claudia Busch, Gemeindereferentin (Wiebelskirchen), Olaf Harig, Dechant und Pfarrer St. Ludwig-Herz Jesu Spiesen-Elversberg, Oswald Jenni, Diakon St. Marien Neunkirchen, Sibylle Rhein, Pastoralreferentin Dekanat, Melina Wack, Dekanatskantorin, Anne Ziegler, Gemeindereferentin (Schiffweiler).

 

Im Abschlussdokument der Trier Synode steht: „Laien werden in den Bestattungsdienst eingebunden.“ Aber klar ist auch: Die Gruppe der Hauptamtlichen kann auf Dauer die Beerdigungen nicht mehr allein bewältigen, zu wenig Köpfe, zu viele Aufgaben.

 

Kontakt zu den Angehörigen herstellen, Trauergespräch führen, Traueransprache halten, Trauerfeier gestalten, Beisetzung begleiten. Hoffnung und Zuversicht verkünden – das alles gehört zum Begräbnisdienst. Die Konzept-Erarbeiter haben sich für ein zweistufiges Ausbildungsmodell entscheiden, schreiben sie in ihrem Info-Blatt. Über acht Abende geht der erste Teil, überschrieben mit „Osterzeugenkurs“. Eine persönliche Spurensuche, konkretisieren sie, Auseinandersetzung mit den großen Themen wie Tod, Auferstehung, Himmel und Hölle. Darauf aufbauend folgt von Mai bis Juni ein so genannter „Werkstattkurs“, in dem es um das handwerkliche Rüstzeug geht.

 

Die Treffen für den Osterzeugenkurs – offen für Frauen und Männer – finden von 19 bis 21 Uhr im Pfarrheim Elversberg, Heinitzstraße 1a statt. Termine: 12. März Was sind die eigenen Erfahrungen mit Tod? 19. März: Abwendung vom Grab, Hinwendung zum Leben. Fragen von Festhalten und Loslassen. 26. März: Trauer, Enttäuschung, Weglaufen ins Gespräch kommen, Leid integrieren, Hoffnung. 2. April: Wo fängt der Himmel an? Was bedeutet die Auferstehung? 9. April: Ewiges Haus im Himmel, unterwegs als Glaubender. 16. April: Was bedeutet es, ein guter Hirte zu sein? 23. April: Neuer Himmel, neue Erde. 30. April: Gottesdienst mit Agapefeier.

 

Anmeldung bis 12. Februar mit Angaben zur Person im Dekananatsbüro, Norduferstraße in Neunkirchen, oder per E-Mail dekanat.neunkirchen@bistum-trier.de.

 

 

 

Saarbrücker Zeitung vom 28. März 2018 |

 

 

Im Sinne der Synode

 

„Himmel“ und „Hölle“ – hier und heute

 

Sie erarbeiten ein Konzept, um Ehrenamtliche für den Begräbnisdienst zu schulen (v.l.): Melina Wack, Claudia Busch, Anne Ziegler, Olaf Harig. Nicht auf dem Bild: Sibylle Rhein und Oswald Jenni. Auch ehrenamtliche Begräbnisleiter tragen bei ihrem Dienst ein liturgisches Gewand. FOTO: Claudia Emmerich

 

 

Spiesen. Katholische Kirche in der Region will Männer und Frauen für ehrenamtlichen Begräbnisdienst gewinnen. Von Claudia Emmerich

 

Etwa 600 katholische Beerdigungen im Jahr zählt das Dekanat Neunkirchen (umfasst die Stadt Neunkirchen und die Gemeinden Schiffweiler und Spiesen-Elversberg mit rund 37 200 Katholiken). Meist sind es Trauerfeiern auf dem Friedhof, selten inzwischen Sterbeämter. Bisher leisten Hauptamtliche den Begräbnisdienst – Priester, Diakone, auch Gemeinde- und Pastorelreferenten (Männer und Frauen). Doch sie stoßen an ihre Grenzen (siehe „Info“). Bald schon könnte dieser Dienst zusätzlich auf geschulte Ehrenamtliche übertragen werden. Eine Gruppe aus dem Dekanat erarbeitet als Pilotprojekt im Bistum Trier ein Konzept. Sie orientiert sich dabei an dem, was aus anderen Bistümern bereits an Erfahrung vorliegt. Unsere Zeitung hat jetzt ein Treffen im Pfarrheim Spiesen besucht und sich Lehrplan und Bewerberprofil erklären lassen.

 

 

 

„Unsere Gruppe ist breit aufgestellt“, heißt es: Claudia Busch, Gemeindereferentin (Wiebelskirchen), Olaf Harig, Dechant und Pfarrer St. Ludwig-Herz Jesu Spiesen-Elversberg, Oswald Jenni, Diakon St. Marien Neunkirchen, Sibylle Rhein, Pastoralreferentin Dekanat, Melina Wack, Dekanatskantorin, Anne Ziegler, Gemeindereferentin (Schiffweiler). Am 30. November 2017 haben sich die Sechs zum ersten Mal getroffen. Ihr Zeitplan steht: Im Frühjahr 2019 soll der erste Ausbildungskurs starten, im Herbst der erste Jahrgang seine bischöfliche Beauftragung erhalten. Auswahl der Bewerber und abschließendes Empfehlen für den Beerdigungsdienst verantwortet die Gruppe. Gespräche sollen immer wieder justieren.

 

 Kontakt zu den Angehörigen herstellen, Trauergespräch führen, Traueransprache halten, Trauerfeier gestalten, Beisetzung begleiten. Hoffnung und Zuversicht verkünden – das alles gehört zum Begräbnisdienst. Ehrenamtliche für diesen Dienst zu gewinnen, ist auch eine Folge der Trierer Synode: In deren Abschlussdokument heißt es „Laien werden in den Bestattungsdienst eingebunden“. Und neben den bereits tätigen hauptamtlichen Laien sind damit auch ausdrücklich ehrenamtliche Laien gemeint. Beerdigen, so heißt es, ist ein Werk der Barmherzigkeit und nicht an die Weihe gebunden. Kann also jeder? Kann nicht jeder, sagt die Dekanatsgruppe. Was ein Mann, eine Frau mitbringen sollte? „Im Glauben verwurzelt“, empathisch“, heißt es aus dem Runde. Aber auch „strukturiert“, „flexibel,“ auskunftssicher“. Wichtig ist, sagt Harig: Der ehrenamtliche Begräbnisleiter entscheidet, wo er beerdigen will (vielleicht nur in seiner Heimatgemeinde), wie oft er beerdigen will (vielleicht nur einmal im Monat). Auch das im Sinne der Synode: Vom Einzelnen her denken.

 

 

 

Der erste Teil der Ausbildung ist überschrieben mit „Osterzeugenkurs“ und, darauf weist die Gruppe hin, offen für alle Interessierten. Hier geht es um die „theologische, spirituelle Vergewisserung“ (Harig). Kann ich die Osterbotschaft bezeugen?  Kann ich dolmetschen in die heutige Welt, in die Welt der Hinterbliebenen? Auch „Himmel“, „Hölle“, „Gericht“ würden neu übersetzt. Teil zwei der Ausbildung will handwerkliches Rüstzeug vermitteln, nennt sich „Werkstattkurs“. Jetzt sollen erste praktische Erfahrungen gemacht werden: an Trauergesprächen teilnehmen, Aufgaben bei Beerdigungen übernehmen, erste Ansprachen trainieren und im geschützten Raum der Gruppe einüben, eine eigene Beerdigungsmappe mit Texten, Musik und Ablauf zusammenstellen. Später wird auch der ehrenamtliche Begräbnisleiter ein liturgische Gewand tragen: Das gebe ihm Sicherheit in seiner Rolle und der Trauergemeinde Vertrauen in seinen kirchlichen Dienst. Frauen wie Männer können sich für das Ehrenamt bewerben.

 

Wer beerdigt unsere Toten?

 

 

Ein kirchliches Begräbnis erfährt immer noch hohe Akzeptanz und wird in der Regel für verstorbene Angehörige beansprucht. Es sind Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferenten, Männer wie Frauen, die bereits Trauerfeiern leiten, im Vorfeld mit den Angehörigen ein Trauergespräch führen und in der Friedhofskapelle Hoffnung und Zuversicht als „Osterzeugen und Osterzeuginnen“ verkünden. In unserem Dekanat Neunkirchen finden mittlerweile die meisten Trauerfeiern auf dem Friedhof statt. Sterbeämter sind rar geworden.

 

Dass die oben beschriebene Gruppe der Hauptamtlichen auf Dauer die Beerdigungen nicht mehr allein bewältigen können, liegt vor allem an Zahl, Alter und der Beanspruchung in vielen anderen pastoralen Feldern. Tote begraben gehört ursprünglich als Werk der Barmherzigkeit zu den wichtigen Diensten der Gemeinde und ist nicht an eine Weihe geknüpft.

 

Die Synode im Bistum Trier trägt den Titel „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“. Dieser Name ist Programm, Neues auszuprobieren, Menschen zu befähigen und entsprechend ihres Charismas zum Dienst im und am Volk Gottes zu beauftragen. Ausdrücklich erinnert das Dokument an die Taufbegabung der Christen. Alle haben Anteil an Christi Aufgaben als Priester, König und Prophet.

 

So wagt das Dekanat Neunkirchen den ersten Schritt und will Männer und Frauen zu Begräbnisleitern gewinnen, schulen und in der Praxis mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bewusst verstehen wir diesen ehrenamtlichen Einsatz darin Gottes Barmherzigkeit erfahrbar zu machen und österliche Hoffnung sähen. Wir nennen diese Männer und Frauen Osterzeugen. Im Frühjahr 2019 soll der erste Kurs starten. Im Osterzeugenkurs setzen sich die Interessierten mit den Ostertexten der Bibel auseinander, lernen die Erfahrung kleiner Tode und Auferweckungen im eigenen Leben in den Blick zu nehmen und sich der Frage zu stellen, ob sie die Gabe haben, in den Dienst als Osterzeuge am Grab hineinzuwachsen. Auch „große Worte“ unseres Glaubens wie Tod, Himmel, Hölle, Gericht werden neu übersetzt.

 

Im zweiten Kursteil, dem Werkstattkurs werden erste praktische Erfahrungen gemacht: Teilnahme an Trauergesprächen, Aufgaben bei Beerdigungen übernehmen, erste Ansprachen trainiert und im geschützten Raum der Gruppe eingeübt, eine eigene Beerdigungsmappe mit Texten und Ablauf zusammengestellt. Ich lerne meine Sprache, meine Bilder als Osterzeuge kennen, die ich glaubwürdig und echt vermitteln kann.

 

Den Schlussakkord dieses Ausbildungsweges in zwei Phasen setzt die Aussendung mit bischöflichem Auftrag. Ja, Bischof Stephan Ackermann steht hinter diesem Projekt.

 

Ich sehe in diesen Osterzeugen eine große Chance, eine Bereicherung. Ich habe Texte von ehrenamtlichen Begräbnisleitern aus dem Bistum Hildesheim gelesen, die zu Herzen gingen und in mir die Überzeugung wachsen ließ, dass es Gebot der Stunde ist, begabte Männer und Frauen zu gewinnen, die sorgfältig ausgebildet und gut begleitet, am Grab Osterlichter entzünden können und auch dürfen.

 

Wer beerdigt unsere Toten?

 

Männer und Frauen, die aufgrund ihres Charismas, ihrer Ausbildung und der Beauftragung durch den Bischof dazu befähigt sind und weiterhin Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferenten.

 

Olaf Harig, Dechant Dekanat Neunkirchen